Die 5 größten Vorurteile über Paartherapie – Lügen aufgedeckt
- Maximilian Schierl

- vor 9 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Es gibt Themen, über die Paare flüstern, obwohl sie eigentlich laut besprochen werden müssten. Paartherapie gehört dazu. Viele fragen sich: „Ist das etwas für uns? Wird es peinlich? Bringt das überhaupt was?“ Und gleichzeitig spüren sie, wie sich Streit wiederholt, Nähe bröckelt und Gespräche holpriger werden. Genau in diesem Moment tauchen die typischen Vorurteile auf >>> hartnäckig, verunsichernd und meistens komplett falsch.
In diesem Blogartikel räume ich mit den fünf häufigsten Lügen über Paartherapie auf. Wenn du gerade überlegst, ob Unterstützung sinnvoll wäre, wirst du nach diesem Artikel klarer sehen.
Youtube-Video:
Definition
Paartherapie ist ein professioneller, neutraler Raum, in dem Paare lernen, Kommunikation, emotionale Muster, Nähe, Vertrauen und Konflikte bewusster zu gestalten. Ziel ist nicht, die Vergangenheit zu bewerten, sondern Zukunftsfähigkeit zu schaffen: Klarheit, Verbindung und gegenseitiges Verständnis.
Zitat: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ – Albert Einstein
1. Vorurteil:
„Paartherapie ist nur etwas für Paare, die kurz vor dem Aus stehen.“
Dieses Vorurteil hält sich hartnäckiger als jedes Beziehungsmuster. Viele glauben, Paartherapie sei der „Notarztwagen“, der erst gerufen wird, wenn kaum noch Lebenszeichen in der Beziehung zu spüren sind. Die Realität sieht völlig anders aus.
Viele Paare, die zu mir kommen, stehen nicht vor der Trennung. Sie stecken fest. Immer gleiche Missverständnisse, gleiche Auslöser, gleiche Streit-Spiralen. Und das ist kein Scheitern, das ist Verantwortung. Paartherapie soll nicht retten, was tot ist, sondern verhindern, dass es überhaupt so weit kommt. Früher beginnen, heißt leichter vorankommen. Immer.
2. Vorurteil:
„Der Therapeut sagt uns, wer schuld ist.“
Wenn Paare meine Praxis betreten, begleiten sie oft innere Sorgen wie: „Bitte stell dich nicht auf seine Seite.“ „Bitte verurteile mich nicht.“
Doch Paartherapie ist kein Gerichtssaal. Ich bin kein Richter – ich bin Übersetzer.
Schuld ist einer der zerstörerischsten Faktoren in Beziehungen: Schuld → führt zu Verteidigung, Verteidigung → führt zu Rückzug, Rückzug → führt zu Distanz und Distanz ist der wahre Beziehungskiller.
In der Paararbeit geht es nicht um „Wer hat recht?“, sondern um „Was steckt dahinter?“ „Warum reagieren wir so?“ „Welche Bedürfnisse werden überhört?“ Wir arbeiten an Dynamiken, nicht an Urteilen. Und das macht den Raum sofort sicherer und produktiver.
3. Vorurteil:
„Wir müssen über Dinge sprechen, die wir gar nicht ansprechen wollen… besonders Sexualität.“
Kaum jemand formuliert dieses Vorurteil laut, aber fast jeder denkt es.
Die Angst dahinter: „Was, wenn ich mich ausgeliefert fühle?“ „Was, wenn es unangenehm wird?“ Doch in der Paartherapie bestimmt ihr das Tempo, nicht ich. Ihr bestimmt die Tiefe. Ich lade ein, aber ich zwinge nie.
Sexualität ist dabei ein ganz normaler Teil vieler Sitzungen. Nicht, weil ich das Thema aufdränge, sondern weil es einer der häufigsten Schmerzpunkte ist: verletzte Nähe, Unsicherheiten, Lustunterschiede, Scham.
Und fast immer passiert etwas Faszinierendes: In einem sicheren Rahmen merken Paare, wie erleichternd es ist, endlich darüber zu sprechen. Viele sitzen danach da und sagen: „Warum haben wir das nicht früher gemacht?“ Scham löst sich viel schneller, wenn Raum und Sicherheit da sind.
4. Vorurteil:
„Paartherapie ist super anstrengend oder macht alles schlimmer.“
Ja, Paartherapie kann emotional sein. Manchmal fließen Tränen, manchmal wird es leise oder laut. Aber genau das, was sich „anstrengend“ anfühlt, ist oft das erste echte Gespräch seit Monaten.
Was viele nicht erwarten: Paartherapie ist nicht schwer. Sie ist oft überraschend leicht. Ich lache mit meinen Paaren so viel wie wir ernst arbeiten. Humor löst Spannung, schafft Nähe und holt beide wieder auf Augenhöhe.
Viele Paare sagen nach wenigen Sitzungen: „Wir hätten nie gedacht, dass sich das so gut anfühlen kann.“ Es ist kein Kampf. Es ist ein gemeinsamer Prozess!
5. Vorurteil:
„Das bringt sowieso nichts – Menschen ändern sich nicht / es dauert ewig / ist viel zu teuer.“
Das „Kombi-Vorurteil“ schlechthin.
„Menschen ändern sich nicht.“ Doch! Sobald sie Muster verstehen, können Sie Verhalten verändern. Manchmal reicht ein einziger Perspektivwechsel, um Wochen voller Streit zu lösen.
„Es dauert ewig.“ Nein! Viele Paare spüren nach wenigen Sitzungen massive Veränderung, weil sie das Gelernte sofort im Alltag anwenden.
„Zu teuer.“ Paartherapie kostet etwas – keine Frage. Aber sie kostet weniger als andauernde Konflikte, verlorene Nähe, emotionale Erschöpfung oder eine Trennung, die nie hätte sein müssen. Viele Paare sagen später: „Das war die beste Entscheidung für uns.“

Fazit - Die 5 größten Vorurteile über Paartherapie
Vielleicht hast du am Anfang dieses Artikels noch gezögert oder dich gefragt, ob Paartherapie der richtige Schritt für euch wäre. Jetzt weißt du: Die meisten Ängste beruhen auf Mythen, nicht auf der Realität.
Paartherapie ist nicht für „kaputte Paare“. Sie ist für Paare, die Verantwortung für ihre Herausforderungen übernehmen. Für Paare, die wieder Nähe, Verständnis und Leichtigkeit spüren wollen.
Wenn ihr das Gefühl habt, festzustecken oder euch im Kreis zu drehen, könnte genau jetzt der richtige Zeitpunkt sein, Unterstützung zu holen. Ihr müsst nicht perfekt sein. Ihr müsst nicht alles geklärt haben. Ihr müsst nur bereit sein, zuzuhören, zu verstehen und gemeinsam zu wachsen und die 5 größten Vorurteile über Paartherapie hinter euch zu lassen.
Wenn du unsicher bist oder Fragen hast, biete ich dir gerne ein unverbindliches, kurzes Erstgespräch an. Manchmal reicht ein einziger Impuls von außen, um etwas Großes in Bewegung zu setzen. Ich freue mich, euch kennenzulernen.



